FIPS File and Program Server

Der FTP-Server der FH Niederrhein


Kommunikationsdienste und ihre Nutzung

Anwendungen unter UNIX

Autor: Dipl.-Ing. Harald Mürmann / DV-Koordinator Krefeld
Stand: 27. April 1999

Inhalt

Vorwort
Verfügbare Dienste
1 Dialog
1.1 telnet
1.2 rlogin
2 Filetransfer
3 Email
3.1 Absenden von Mail
3.2 Lesen eingegangener Mail
3.3 Replying
5 Nutzung von Informationssystemen

Vorwort

Im vorliegenden Teil werden die an der FH Niederrhein implementierten Dienste sowie Anleitungen zur praktischen Nutzung unter dem Betriebssystem UNIX vorgestellt. Bei der Arbeit an den Rechnern werden Kenntnisse der gängigen Befehle des Betriebssystems UNIX vorausgesetzt.

Für die Darstellung im Skript gelten folgende Regeln:

bei der Beschreibung von Befehlen:
Nicht eingeklammerte Angaben sind wie angegeben zu verwenden.
Angaben in <..> sind durch aktuelle Werte zu ersetzen.
Angaben, getrennt durch | sind alternativ
Angaben in [] sind optional.
eine Folge von mehreren Punkten .... besagt, daß noch weitere Angaben möglich sind (z. B. Befehl <option(en)> <datei1> <datei2> ....<datein>)

Befehle werden in der Regel mit RETURN oder ENTER abgeschlossen. Das Symbol <CR> ist nur in Ausnahmefällen angegeben.

bei Beispielen:
Normalschrift: Ausgabe des Rechners
Unterstrichen: Kommentare
Kursiv: Benutzereingaben

Auf den UNIX-Rechnern ist ein Online-Manual installiert (Kommando "man"). Mittels des Kommandos "man <command>" wird die Beschreibung des Kommandos <command> angezeigt. Das Kommando "man man" liefert die Beschreibung des Kommandos "man" selbst.

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Verfügbare Dienste

Über den WiN-Anschluß der FHN sind die Mitglieder des DFN-Vereins im WiN und im Internet direkt erreichbar. Derzeit sind nur Internet-Dienste eingerichtet, die also auf TCP/IP aufsetzen. Diese sind:

Email (intern u. extern)
Filetransfer mit FTP (intern u. extern)
Dialog mit TELNET (intern u. extern) und RLOGIN (intern).

Die angebotenen Dienste sind nur nutzbar, wenn der Benutzer einen in das FH-Netz integrierten Rechner und bzw. oder einen Benutzereintrag (account) im Rechnerverbund der FH hat und der Kommunikationspartner diese Dienste auch unterstützt.

Für den Dialog gilt:

Dem Nutzer muß der Zugriff auf den entfernten Rechner gestattet sein (eingetragener Nutzer oder allgemeine Datenbank). Da während der ganzen Sitzung die Datenverbindung aufrecht erhalten bleiben muß, werden solche Verbindungen automatisch aufgelöst, wenn innerhalb einer bestimmten Zeit keine Ein- oder Ausgabe erfolgt.
evtl. entstehende Kosten für den am entfernten Rechner genutzten Dienst (z. B. bei kostenpflichtigen Datenbankrecherchen) sind vom Fachbereich oder aus dem Etat des Anwenders zu tragen.
Der Anwender muß eines der vom entfernten Rechner unterstützten Terminals besitzen oder emulieren können und muß - wenn mehrere Terminaltypen zugelassen sind - seinen gewählten Typ dem entfernten Host bekannt machen.

Für den Filetransfer gilt:

Der Nutzer muß auf Quell- und Zielrechner als Benutzer eingetragen sein, die Zugriffsrechte müssen die Dateiübertragung erlauben. Ausnahme: anonymous ftp (Aftp).
Mitglieder der FH Niederrhein werden auf Antrag als Nutzer auf einem der Rechner eingetragen, wenn sie keine Möglichkeit der Datenkommunikation vom eigenen Rechner aus haben. Eine Abstimmung mit dem jeweiligen Systemverwalter ist erforderlich.

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1 Dialog

1.1 telnet

Mittels "telnet" kann auf einem entfernter Rechner gearbeitet werden.

Telnet kann auf PCs und UNIX-Rechnern benutzt werden, wobei im letzteren Fall ein Benutzereintrag (account) auf dem lokalen Rechner Voraussetzung ist.

Aufruf: telnet <IP-Adresse | hostname>
Dabei bedeuten: <IP-Adressse> Internet-Adresse des gerufenen Rechners
<hostname> Hostname des gerufenen Rechners

In Telnet wird zwischen Kommando- und Inline-Modus unterschieden. In den Kommandomodus gelangt man, wenn Telnet ohne jeglichen Zusatz aufgerufen wird oder aus dem Inline-Modus mittels der Escape-Sequenz (default: CTRL-]). Wenn Telnet sich in diesem Modus befindet erscheint als prompt immer "telnet>". Im Inline-Modus werden sämtliche Eingaben unmittelbar zum entfernten Rechner weitergeleitet.

Die wichtigsten Telnet-Kommandos

quit Beenden der Telnet-Sitzung
close Beenden der Verbindung zum entfernten Rechner
open <Hostname|IP-Adresse> Eröffnen einer Verbindung zum entfernten Rechner
set <Terminaltype> Einstellen des Terminaltyps (default "vt100")

Es spielt keine Rolle, ob der angewählte Rechner im lokalen oder in einem entfernten Netz ist.

Beispiele:

a) Anmeldung vom lokalen PC an den Mailserver:

C:\> telnet mail.fh-niederrhein.de
.
login: schmitz Eingabe von Benutzernamen
password: <password> und Paßwort auf dem Mailserver

es erfolgt die Ausgabe des Begrüßungstextes, anschließend kann auf dem Rechner genau so gearbeitet werden, wie von einem der direkt an den Server angeschlossenen Terminals. Die Beendigung der Sitzung erfolgt (je nach benutzter Shell) mit CTRL-D, exit, logout oder bye.

a) Anmeldung vom Mailserver zu einem anderen Rechner im lokalen Netz (hier Server des DV-Labors)

[hera]: telnet fh-kr.kr
.
login: schmitz Eingabe von Benutzernamen
password: <password> und Paßwort auf dem Zielrechner

Hier ist der Zielrechner Mitglied der Subdomain kr, was extra angegeben werden muß. Wäre der Zielrechner in der selben second level domain fh-niederhhein.de wie der Mail-Server, hätte ein telnet fh-kr ohne das .kr gereicht.

b) Anmeldung auf einem anderen Rechner im WiN:

[hera]: telnet convex.rz.uni-duesseldorf.de
.
login: <Benutzername> Eingabe von Benutzernamen
password: <password> und Paßwort auf dem Zielrechner
.
.
logout Abmelden

Man ist auf jeden Fall auf der "sicheren" Seite, wenn man den kompletten Rechnernamen mit den entsprechenden Domains angibt. Dies ist auf jeden Fall erforderlich, wenn man einen Rechner erreichen möchte, der irgendwo auf der Welt steht.

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1.2 rlogin

Das Kommando "rlogin" ist auf UNIX-Rechner in lokalen Netzen beschränkt. Es leitet ebenfalls (ähnlich wie bei telnet) den Dialog mit einem anderen Rechner ein.

rlogin <IP-Adresse | Hostname>

Beispiel: Wechsel des aktuellen Rechners vom Sparcserver zu einer SUN-Workstation:

[hera]: rlogin fh-kr.kr Herstellen der Verbindung
password: Da hier ein Wechsel in ein Subnetz erfolgt ist, muß ein Passwort eingegeben werden. Dies ist nicht immer notwendig.
.
.
[fh-kr]: CTRL-D Rückkehr zum Mailserver
Connection closed by foreign host
[hera]:

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2 Filetransfer

Filetransfer mittels ftp ist von allen im Netz angeschlossenen Workstations möglich.

Befehlssyntax:

Aufruf von ftp:

ftp ohne eine Verbindung herzustellen
ftp <hostname | IP-Adresse> Verbindung zum entfernten Host herstellen

Verbindungen schließen bzw. herstellen:

close Verbindung schließen
open <hostname | IP-Adresse> Verbindung herstellen

Befehle für den Dateitransfer:

get rfile [lfile] eine Datei vom entfernten Rechner holen
mget rfile [lfile] mehrere Dateien vom entfernten Rechner holen
put lfile [rfile] eine Datei zum entfernten Rechner schicken
mput lfile [rfile] mehrere Dateien zum entfernten Rechner schicken
 
Es bedeuten:
lfile Dateiname auf dem lokalen Host
rfile Dateiname auf dem remote Host

Bei "mget" und "mput" sind im Dateinamen Jokerzeichen zulässig (z. B. *.zip).

Wurde bei "get" bzw. "mget" für "lfile" ein "-" angegeben, wird die geladene Datei nicht auf dem lokalen Host gespeichert sondern auf dem Bildschirm angezeigt (was natürlich nur bei ASCII-Dateien sinnvoll ist).

Sonstige ftp-Befehle:

  ascii Umschalten in den ASCII-Modus (default). In diesem Modus können keine Binärdateien übertragen werden!
bin(ary) Umschalten in den Binär-Modus. Dieser Modus ist immer dann einzuschalten, wenn der Typ der zu transferierenden Datei nicht bekannt ist!
hash Ein-/Ausschalten des #-Zeichens bei der Dateiübertragung. (default: AUS)
Es wird empfohlen "hash" auf EIN zu setzen, damit während des Transfers für einen übertragenen Datenblock (meist 8 kB) ein #-Zeichen auf dem Monitor ausgegeben wird. So kann geprüft werden, ob der Transfer noch aktiv ist.
dir Ausgabe des Inhaltsverzeichnisses des remote host auf dem Monitor.
cd <dir> Wechsel des aktuellen Verzeichnisses auf dem remote Host.
pwd Anzeige des aktuellen Verzeichnisses auf dem remote Host.
prompt Ein-/Ausschalten des Prompt-Modus.
Sollen mit "mget" oder "mput" mehrere Dateien übertragen werden, so wird bei "prompt" = ON bei jeder Datei erst gefragt, ob die Datei übertragen werden soll (Antwort = "y" oder "n"). Ist "prompt" = OFF, werden nacheinander alle Dateien ohne Abfrage übertragen, deren Namen mit dem vorgegebenen Muster übereinstimmen. (default: ON).
!<command> führt den Befehl <command> auf dem lokalen Host aus.
lcd Wechsel des aktuellen Verzeichnisses auf dem lokalen Rechner.
quit Beenden einer ftp-Sitzung mit Schließen der Verbindung.

Bevor Sie Dateien von einem Fileserver aus Übersee abholen, informieren Sie sich mit Hilfe von Archie (siehe Kap. 5.1), ob diese nicht auch auf einem Server in Deutschland oder vielleicht sogar dem FH-eigenen Server ftp.fh-niederrhein.de vorhanden sind. Der Verkehr mit dem Ausland belastet nämlich den Etat der FH Niederrhein.

Beispiel:

[hera]: ftp ftp.mathematik.uni-karlsruhe.de Verbindung zum Fileserver herstellen
Connected to nz20.rz.uni-karlsruhe.de.
220 nz20 FTP server (Version 6.8x Wed Jun 25 00:00:00 MESZ 1992) ready.
Name (ftp.mathematik.uni-karlsruhe.de:schmitz): ftp Anonyme Anmeldung
331 Guest login ok, send e-mail address as password.
Password:<eigene Mailadresse>
230- ------------------------------------------------------------------------
230- Willkommen zum FTP Server des Rechenzentrums der Universitaet Karlsruhe!
230- Bei Fragen oder Problemen Email an: ftp@rz.uni-karlsruhe.de
230- ------------------------------------------------------------------------
230- Welcome to the FTP server at the CC of the University of Karlsruhe!
230- Problems or questions? Send Email to: ftp@rz.uni-karlsruhe.de
230- ------------------------------------------------------------------------
230- Taeglich aktualisierte File-Listings sind in den folgenden Files:
230- Daily updated file listings can be found in the following files:
230- >>> files (plain ASCII), files.Z (compressed) and files.zip (zipped) <<<
230- ------------------------------------------------------------------------
230 Guest login ok, access restrictions apply.
ftp> cd pub/linux/mirror.sunsite/system/Mail wurde zuvor bei Archie ermittelt
250 CWD command successful.
ftp> dir elm*
200 PORT command successful.
150 Opening ASCII mode data connection for /bin/ls.
-rw-r--r-- 1 ry40 1608 Dec 5 1992 elm+sendmail.README
-rw-r--r-- 1 ry40 713452 Dec 5 1992 elm+sendmail.tar.Z
226 Transfer complete
remote: elm*
131 bytes received in 0.34 seconds (0.38 Kbytes/s)
ftp> bin Umschalten in den Binärmodus
200 Type set to I.
ftp> hash Hash-Anzeige einschalten
Hash mark printing on (8192 bytes/hash mark).
ftp> prompt Abfrage für jede Datei ausschalten
Interactive mode off.
ftp> mget elm* Alle Dateien, deren Namen mit "elm" beginnt, übertragen
200 PORT command successful.
150 Opening BINARY mode data connection for elm+sendmail.README (1608 bytes).
###
226 Transfer complete.
local: elm+sendmail.README remote: elm+sendmail.README
1608 bytes received in 3.5 seconds (0.45 Kbytes/s)
200 PORT command successful.
150 Opening BINARY mode data connection for elm+sendmail.tar.Z (713452 bytes).
###########################################################################
###########################################################################
don´t worry, be happy, Solange hier ein # nach dem anderen folgt läuft der Transfer!
###########################################################################
##########################
226 Transfer complete.
local: elm+sendmail.tar.Z remote: elm+sendmail.tar.Z
713452 bytes received in 7.7e+02 seconds (0.91 kbytes/s)
ftp> quit Verbindung abbauen
221 Goodbye
[hera]:

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3 Email

Da auf allen UNIX-Hosts FHN "sendmail" als Emailprogramm installiert ist, kann jeder eingetragene Benutzer die Email-Dienste auf diesen Rechnern nutzen. Auf den PCs in den CIP-Pools und den DV-Laboratorien ist Email teilweise verfügbar!

Es stehen auf allen UNIX-Hosts das Standard-Kommando "mail" und das komfortablere Programm "elm" zur Verfügung.

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3.1 Absenden von Mail

Das Absenden einer Mail erfolgt mit dem Befehl "mail <user>@<Adresse>".

Anschließend wird der Benutzer zur Angabe eines "subject" aufgefordert. Hierbei handelt es sich um eine Stichwortangabe zum Mailinhalt (vergleichbar mit dem BETREFF in einem Geschäftsbrief). Danach wird der Mail-Editor aktiviert. Der Absender gibt seine zu verschickende Nachricht ein. Der Editor ist nicht sehr komfortabel und erlaubt nur Korrekturen innerhalb der aktuellen Zeile, d. h., daß Zeilen, die bereits mit RETURN abgeschlossen wurden, nicht mehr geändert werden können. Die Eingabe des Mailtextes wird mit einem einzelnen Punkt am Anfang der letzten Zeile beendet.

Beispiele:

a) Versenden von Mail an einen internen Benutzer

[hera]: mail dahmen Aufruf d. Mailprogramms mit Angabe des Empfängers
Subject: Datensicherung Stichwort zum Inhalt
Salut Herr Dahmen, Beginn der Mail
 
die Dateien von Ihrem Diplomanden Meier
wurden am 24. 10. auf Band gesichert und
anschließend auf dem Mailserver geloescht.
 
MfG H. Muermann>
. Ende der Mail
[hera]:

b) Versenden von Mail an einen auswärtigen Benutzer

[hera]: mail mueller@tonline.de Aufruf mit Empfängeradresse
Subject: Verbruachsmittel
Hi Franz Josef,
ich habe die Anmeldungen fuer die Verbrauchsmittel des naechsten Halbjahres
auf meinem FH-Account abgelegt.
Tschuess und frohes Schaffen
.
[hera]:

c) Versenden einer Mail an einen auswärtigen Benutzer, der Text kommt vom bereits vorbereiteten File "reisekosten"

[hera]: mail koehler@dfn.d400.de <reisekosten

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3.2 Lesen eingegangener Mail

Meldet sich ein Benutzer unter UNIX an, wird er über vorhandene oder neu eingetroffene Mail informiert. Nach Eingabe des Befehls "mail" kann der Inhalt der Mailbox gelesen werden. Für die weitere Bearbeitung sind nachfolgend die wichtigsten Befehle aufgeführt:

# display letter number #
- display previous letter
+ display next letter
!<command> execute command
d[#] delete letter # (default: current letter)
f <address> forward letter to address
n go to next letter
p display current letter
q quit mail
r reply to current letter
s [file] save current letter (default: mbox)
u [#] undelete letter # (default: current letter)
w [file] save (and delete) current letter without header
x exit without changing mailbox

Beispiel: Der Benutzer ruft "mail" ohne Parameter auf. Es wird eine Liste der eingegangenen Mails angezeigt, diese können mit den "Mail"-internen Kommandos weiterbehandelt werden

[hera]: mail Aufruf des Mailprogramms es folgt die Mailliste
1   peter@fh-heilbronn.de Manuskript
2   koehler@dfn.d400.de Reisekosten
3   poldi@dfn.de Sendmail-Konfiguration
4   mueller@fh-niederrhein.de CISCO-Router Probleme
.
3 3. Mail aufrufen
.
     Anzeige der dritten Mail auf dem Bildschirm
.
w mail.cf.01 Speichern der Mail als Datei "mail.cf.01"
q Beenden von mail

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3.3 Replying

Der Benutzer hat die Möglichkeit, auf eine eingegangene Mail direkt zu antworten, indem er die entsprechende Mail durch Angabe der lfd. Nr. markiert und dann das "r"-Kommando eingibt. Da in jeder Mail automatisch der Absender sowie der gesamte Versandweg eingetragen wird, ist beim Reply die Angabe des Empfängers nicht nötig, weil der Absender der empfangenen Mail automatisch als Empfänger der Antwort eingesetzt wird.

Beispiel: Nachdem wie im vorherigen Beispiel die 3. Mail von "poldi@dfn.de" mit "3" auf dem Bildschirm angezeigt worden ist, wird mit dem "r"-Befehl eine Antwort abgeschickt

3 folgt Ausgabe der Mail auf dem Bildschirm
.
r Eingabe des Reply-Befehls
re-subject: Sendmail-Konfiguration?
Gruess Dich Poldi,
.
. folgt Eingabe des Antworttextes
.
vielen Dank fuer deine prompte Antwort auf meine Frage.
Habe die Sache umgehend ausprobiert, und es haut hin.

Schoenen Gruss
Muemmel

.

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5 Nutzung von Informationssystemen

Im WiN sind etliche frei zugängliche Informationssysteme vorhanden. Es würde den Rahmen dieses Papiers sprengen, hier auf alle detailliert einzugehen. Es wird daher exemplarisch nur auf den deutschen Archieserver eingegangen.

Jede Anwenderin, die in der ersten Euphorie über die vorhandene Fülle von PublicDomain-Programmen etliche Fileserver nach allen möglichen nützlichen (und oft auch unnützen) Programmen durchsucht und dabei viele Stunden am Bildschirm verbracht hat, sehnt sich nach der Möglichkeit einer gezielten Suche. Aus diesem Wunsch entstand in der zweiten Hälfte der 80er Jahre in den USA der Archieserver. Ein solcher Rechner enthält eine Datenbank mit den verfügbaren Dateien aller ihm bekannten Fileserver, die mittels "Aftp" angezapft werden können. Archieserver bringen ihre Datenbanken in bestimmten Intervallen auf den neuesten Stand. Seit 1992 existiert auch in Deutschland ein Archieserver an der TH Darmstadt (archie.th-darmstadt.de).

Sinn und Zweck von Archie ist, zu recherchieren, auf welchen Fileservern gesuchte Programme verfügbar sind. Aus der von Archie gelieferten Aufstellung kann der Anwender sich einen geeigneten Fileserver heraussuchen (in der Regel der geographisch nächste) und die gewünschten Dateien von dort mittels "ftp" abholen.

Archieserver werden im Dialogbetrieb genutzt. Der Verbindungsaufbau erfolgt also mit

telnet archie.th-darmstadt.de

Nach dem Verbindungsaufbau meldet sich der geneigte Benutzer mit "archie" als Benutzername an; ein Paßwort ist nicht erforderlich.

Die wichtigsten Befehle auf dem Archieserver sind:

help Ausgabe von Hilfsinformationen
Nach Wechsel in den Hilfemodus bleibt der Server in diesem Modus. "?" gibt weitere Hilfe auf der aktuellen Ebene, "." wechselt zurück in die nächst höhere Ebene. Lohnenswert sind hauptsächlich Erläuterungen zum "set-Befehl". Der Hilfemodus wird mit "CTRL-D" oder "CTRL-C" wieder verlassen.
prog <name> Suche nach dem Programm "name"
Der Name muß nicht vollständig sein, so wird z. B. mit "prog win" alles ermittelt, das die Zeichenkette "win" enthält, also sowohl Einträge zu MS-WiNDOWS als auch X-WiNDOWS. Je eindeutiger also der Suchstring ist, desto erlesener das Ergebnis.
set match_domain <domain>
beschränkt die Suche auf Fileserver innerhalb der angegebenen Domäne; hier ist nur die Angabe einer Top-Level-Domain (z. B. "de") sinnvoll.
list Liste aller weltweit vorhandenen Fileserver (soweit bei Archie registriert).
Da dies sicher nicht sonderlich sinnvoll ist, wird dem Benutzer dringend empfohlen, sich mit "list \.de$" auf eine Liste der in Deutschland verfügbaren FTP-Server zu begnügen!
set mailto <eigene Mailadresse>
tut ARCHIE die angegebene Mailadresse kund, an die ein Recherche-Ergebnis geschickt werden soll
set pager bewirkt eine seitenweise Ausgabe auf dem Bildschirm.
mail schickt das Ergebnis des letzten Befehls als Email an den zuvor mit "set mailto <Adresse>" angegebenen Empfänger.
quit | bye Verbindung mit dem Archieserver beenden.

Beispiel: Gesucht werden Programme die mit NETBIOS im Zusammenhang stehen (z. B. NETBIOS.*, NETBIND.*, etc.).

[hera]: telnet archie.th-darmstadt.de Verbindung zum Archieserver herstellen
Trying 130.83.128.118 ...
Connected to archie.th-darmstadt.de.
Escape character is '^]'.
 
AIX telnet (rs8.hrz.th-darmstadt.de)
 
TH Darmstadt (Germany)
 
Archie-Server
 
 
login: archie Anmeldung ohne Passwort
 


# Bunyip Information Systems, 1993

# `erase' character is `^H'.
# `search' (type string) has the value `sub'.
Welcome to archie.th-darmstadt.de. This is an IBM320H running AIX 3.2

Last login: Wed Jan 5 11:33:52 1994 on pts/7 from hp1.erib.uni-hannover.de
# Message of the day from the localhost Prospero server:

Welcome to archie.th-darmstadt.de
Email: archie-admin@archie.th-darmstadt.de

Archie will be temporarily unreachable on Monday, 27.th due to reconfiguration of LAN. Happy new year.
     - Andres
th-archie> set mailto muemmel@fh-niederrhein.de Angabe der eigenen Mailadresse
th-archie> set match_domain de Suche nur deutsche FTP-Server
th-archie> prog netb Angabe des zu suchenden Programms
# Search type: sub, Domain: de.
# Your queue position: 2
# Estimated time for completion: 09:17
working...
dauert ein bißchen, anschl. folgt die Liste der gefundenen FTP-Server. HIER VERKÜRZT WIEDERGEGEBEN

 
Host ftp.uni-bayreuth.de (132.180.8.29)
Last updated 04:54 3 Jan 1994
Location: /pub/net/documents/internet-drafts
FILE -r-xrwx--- 112 bytes 20:18 8 Jul 1993 draft-noon-hybrid-netbios-01.txt

 
Host clio.rz.uni-duesseldorf.de (134.99.128.3)
Last updated 04:45 3 Jan 1994
Location: /linux/docs
FILE -rw-r--r-- 200296 bytes 08:38 24 Jun 1993 netboot.zoo

 
Host sun0.urz.uni-heidelberg.de (129.206.100.126)
Last updated 00:06 4 Jan 1994
Location: /pub/simtel/desqview
FILE -rw-rw-r-- 3712 bytes 23:00 23 Dec 1991 dvnetbio.zip

 
Host sun0.urz.uni-heidelberg.de (129.206.100.126)
Last updated 00:06 4 Jan 1994
Location: /pub/simtel/novell
FILE -rw-rw-r-- 20784 bytes 23:00 10 Jan 1993 netbday6.zip

 
Host ftp.uni-stuttgart.de (129.69.8.13)
Last updated 22:18 31 Dec 1993
Location: /pub/systems/pc/win3-cica/programr
FILE -rw-rw-r-- 31372 bytes 23:00 13 Apr 1992 netbios.zip

 
th-archie> mail Rechercheergebnis als Email zustellen
th-archie> bye Abmeldung beim Archieserver
# Bye.
Connection closed by foreign host.
[hera]: elm Aufruf des Mailprogramms ELM
N 1 Jan 5  archie-errors@arch (185)   archie [prog netb] part 1 of 1      Dies ist die Mail von Archie
2 Jan 4  roesler@dfn.d400.d (172)   Zur Information
3 Jan 3  F.-J. Mueller (32)   Re: internat. connect
4 Jan 3  F.-J. Mueller (45)   internat. connect
5 Jan 3  WOLF@rz.fhtw-berli (42)   Treffen Berlin
6 Jan 3  Ruediger Volk (111)   Re: WiN-IP-Liste
usw.
You can use any of the following commands by pressing the first character;
d)elete or u)ndelete mail, m)ail a message, r)eply or f)orward mail, q)uit
To read a message, press <return>. j = move down, k = move up, ? = help
Command: s Save message to: netb.archie Mail in Datei "netb.archie" sichern
You can use any of the following commands by pressing the first character;
d)elete or u)ndelete mail, m)ail a message, r)eply or f)orward mail, q)uit
To read a message, press <return>. j = move down, k = move up, ? = help
Command: q Delete messages? (y/n) y ELM verlassen
Move read messages to "received" folder? (y/n) n

[Keeping 11 messages and deleting 1.]
[hera]: lpr -h netb.archie Ausdruck der Liste, alternativ kann der Ausdruck auch direkt mit dem p-Befehl aus ELM erfolgen

ARCHIE liefert eine Liste der gefundenen Einträge. Jeder Treffer enthält den Namen des FTP-Servers, dessen IP-Nummer, das Datum des letzten Abgleichs mit dem Server sowie Pfad und Namen des gesuchten Programms (bzw. Directories).

Da im gezeigten Beispiel eine Suche nach "netb" durchgeführt wurde, ergeben sich auch Treffer, die nichts mit NETBIOS und zugehörigen Modulen zu tun haben. Eine Recherche mit "netbi" hätte natürlich eine wesentlich geringere aber genauere Trefferquote ergeben. Es ist also immer zu überlegen, wie weit oder eng der Suchbegriff eingegrenzt wird.

Die nächsten Schritte sind schließlich der Filetransfer des Programms von einem der Server und die Installation der Software.

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Diese Seite wurde zum letzten Mal am 28.10.1999 aktualisiert
Layout: Michael Mehlem